Poetin    Maria    Schiffner

Zeitkritisches





     
      Zum Zeitgeschehen         
    IV
                                
   
      Wem es auf der schnöden Welt

      Demnächst nicht mehr gut gefällt,
      Lasse sich in wengen Tagen
      Flugs hinauf zum Monde tragen;
      Hoffentlich bleibt er gesund
      Wie in Sputnik zwo der Hund,
      Muss auch sonst demselben gleichen,
      Fressen nur auf Klingelzeichen,    
      Halten muss er noch das Maul
      Sonst steht seine Sache faul;
      Sollt er seinen Schnabel wetzen,
      Eilt man sehr ihn abzusetzen;
      Mancher blechbehängte Mann
      Dachte da zu spät daran,
      Statt mit Sputnik hochzufliegen
      Wurde er hinabgestiegen -
      Und im Westen hat man nun
      Ungewöhnlich viel zu tun,
      Weil sogar im Meer die Flundern
      Beifall klatschen und bewundern -
      Nur der Michel tut nicht mit,
      Sagt bescheidentlich: Ich bitt,
      Dieses Zeug mit den Raketen
      Ging bei mir schon einmal flöten
      Als ich ähnliches getan;
      Heute darf ich nicht mehr dran,
      Oder halt, ists nicht zum Lachen?
      Andren darf ich welche machen.

      Sagt der Sputnik: Piep-piep-piep,
      Freut euch doch und habt mich lieb;
      Sagt der Erde: Freche Wanze,
      Dort am Himmel, tanze, tanze
      Geht dir erst der Atem aus

      Kommst du schon zurück nach Haus,
      Bist kein Sternchen sondern Asche,
      Staub aus meiner Einkaufstasche,
      Wenn auch geistvoll auffrisiert,
      was mich weiter nicht geniert;
      Und wir armen Erdenwürmer
      Gucken auf den Himmelstürmer,
      Gucken auf den grossen Plumps,
      Sagen weiter nichts als: Bums!

       

                                                          
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